Katrins Ratgeber · Grundlagen

Meridiane, Akupunktur und Akupressur: Was steckt dahinter – und was hat das mit Kosmetik zu tun?

Wer sich mit Gesichtsmassagen und ganzheitlicher Kosmetik beschäftigt, begegnet früher oder später Begriffen wie Meridianen, Akupressurpunkten oder Energiefluss. Aber was bedeuten sie eigentlich? Und warum spielen sie auch bei kosmetischen Gesichtsanwendungen eine Rolle?

Katrin Spychalski zeigt vor dem Spiegel die Berührung eines Akupressurpunkts an der Stirn

Die Begriffe stammen aus der traditionellen chinesischen Medizin. Ein Blick auf ihre Grundlagen hilft dabei, die verschiedenen Anwendungen besser zu verstehen.

Wie betrachtet die traditionelle chinesische Medizin den Körper?

Die traditionelle chinesische Medizin, kurz TCM, betrachtet den Menschen als zusammenhängendes System. Körperliche Funktionen, emotionales Befinden, Lebensweise und äußere Einflüsse werden gemeinsam berücksichtigt.

Eine zentrale Vorstellung ist das Qi, häufig als Lebensenergie übersetzt. Nach der traditionellen Lehre bewegt es sich entlang bestimmter Leitbahnen durch den Körper. Diese Leitbahnen werden Meridiane genannt.

Begriffe wie „Energiefluss“ und „Blockade“ gehören zu diesem traditionellen Erklärungsmodell. Qi lässt sich dabei nicht mit Blut, Lymphe oder elektrischen Nervenimpulsen gleichsetzen.

Was sind Meridiane?

Meridiane verbinden nach der chinesischen Lehre verschiedene Körperregionen miteinander. Entlang ihrer Verläufe werden bestimmte Punkte beschrieben, die bei Akupunktur oder Akupressur gezielt behandelt werden.

Mehrere dieser traditionellen Leitbahnen verlaufen auch durch das Gesicht und den Kopfbereich. Deshalb werden sie bei manchen Formen der Gesichtsmassage und Gesichtsakupressur als Orientierung genutzt.

Bezeichnungen wie Magen-, Dickdarm- oder Blasenmeridian beziehen sich auf traditionelle Funktionskreise. Sie bedeuten nicht, dass eine Falte oder eine empfindliche Stelle im Gesicht automatisch auf eine Erkrankung des entsprechenden Organs hinweist.

Meridiane sind keine anatomisch nachgewiesenen Leitungen wie Blutgefäße oder Nerven. Sie gehören zum traditionellen Modell der chinesischen Medizin. Diese Unterscheidung ist wichtig, wenn wir über ihre Bedeutung in der Kosmetik sprechen.

Was ist der Unterschied zwischen Akupunktur und Akupressur?

Beide Methoden beziehen sich auf Punkte aus der traditionellen chinesischen Medizin. Sie unterscheiden sich jedoch darin, wie diese Punkte behandelt werden.

Akupunktur und Akupressur im Vergleich
MethodeWie wird gearbeitet?Bedeutung für die Anwendung
AkupunkturDünne Nadeln werden an ausgewählten Punkten durch die Haut gesetzt.Eine therapeutische Anwendung, die in entsprechend qualifizierte Hände gehört.
AkupressurPunkte werden mit den Fingern oder geeigneten Hilfsmitteln sanft gedrückt, gehalten oder massiert.Eine Anwendung ohne Nadeln, die auch in kosmetische Massagen und Entspannungsroutinen einfließen kann.

Auch wenn ähnliche Punkte genutzt werden, sind die Verfahren nicht gleichzusetzen. Erkenntnisse über Akupunktur lassen sich deshalb nicht automatisch auf die Gesichtsakupressur übertragen.

Was bedeutet das für die Kosmetik?

Wenn in einer kosmetischen Gesichtsanwendung mit ausgewählten Punkten und sanftem Druck gearbeitet wird, handelt es sich um Gesichtsakupressur. Die Meridianlehre kann dabei die Auswahl und Reihenfolge der Punkte bestimmen.

Damit bietet sie einen traditionellen Hintergrund für bestimmte Berührungs- und Massagekonzepte. Sie ersetzt jedoch weder Kenntnisse über die Haut und ihre Bedürfnisse noch eine medizinische Diagnose.

Auch mein Konzept Katrins Point of Glow – Energetic Facen greift die Gesichtsakupressur und die traditionelle Meridianlehre auf. Als Kosmetikerin und Gründerin von Face Concept in Berlin-Mahlsdorf verbinde ich dabei meine kosmetische Erfahrung mit rund 20 Jahren Beschäftigung mit Akupressur und Meridianen.

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